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Zungenbrecher Property – Schulentscheid des Vorlesewettbewerbs 2025/2026

Gespannte Stille. Auf der Bühne sitzt Lina, ein wenig nervös, aber völlig fokussiert. Herr Ostermann richtet für sie das Mikrophon ein. Nein, sie möchte es gerne ein bisschen weiter weg haben. Dann ist es soweit. Sie taucht ein in die Welt der 11-jährigen Hope, die versucht, sich in ihrem chaotischen Leben zwischen Familien-Café und Schule zurechtzufinden, wobei ihr immer wieder Skyla dazwischenkommt, ihre Mitschülerin und Lieblingsfeindin. Lina liest mitreißend und hochkonzentriert. Es gelingt ihr mit ihrem Vortrag, die über 120 Sechstklässer der Dr.-Kurt-Schumacher-Schule in ihren Bann zu ziehen.

Beim Schulentscheid im diesjährigen Vorlesewettbewerbs der Stiftung Buchkultur und Leseförderung konnte sich Lina an der Dr.-Kurt-Schumacher-Schule als Schulsiegerin durchsetzen. Mit ihrem Vortrag aus dem Buch „Kein Chaos ist auch keine Lösung“ der amerikanischen Autorin Catherine Wilkins überzeugte sie die Jury, in welcher neben dem Vorjahressieger, Francesco, auch Frau Brunner als Vertreterin der Lehrerinnen und Lehrer der Schule, Frau Karakoç als Elternvertreterin und Frau Salemons von der Buchhandlung Buchmeyer in Reinheim saßen.

Aber auch die Siegerin der G-Kurse der FS-Klassen, Sara, unterhielt die aufmerksam lauschenden Schülerinnen und Schüler am Freitag, dem 28.11.2025, in der Mensa der Schule mit einem mitreißend vorgetragenen Stück aus dem zweiten Band der Reihe „Das Vermächtnis der Schokomagie“ von Mareike Allnoch. Auch in diesem Buch regiert das Chaos, aber neben ein wenig Liebe kommt auch die titelgebende Schokolade nicht zu kurz.

In den E-Kursen der FS-Klassen setzte sich Absra durch. Sie zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass sie sich auch durch den Fremdtext nicht aus der Ruhe bringen ließ. Denn neben einem selbst mitgebrachten Buch mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch noch zwei Minuten aus einem unbekannten Fremdtext vorlesen. Diesen holte Herr Ostermann mit einem Schuss Theatralik aus einem blauen Karton hervor. Es handelte sich um „Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde“ von Sylvia Bishop. Ein lustiges und geheimnisvolles Buch, welches die Vorleserinnen und Vorleser vor allem durch die schwierigen englischen Namen herausforderte. So heißt die Protagonistin Property Miller. Ein Name, der sich für manchen als Zungenbrecher erwies.

Eingeleitet hatte der Schulleiter der Dr.-Kurt-Schumacher-Schule, Herr Loschek, die Veranstaltung mit einer kurzen Rede über die Bedeutung des Lesens. Dabei griff er leicht verändert das Zitat eines US-amerikanischen Schriftstellers auf, indem er darauf hinwies, dass Leser tausend Leben leben, nicht nur eines. Zudem verriert er den Sechstklässern der Schule, dass er als Kind gerne Astrid Lindgrens „Karlson vom Dach“ las, eine Geschichte von einem Jungen, der über einen Propeller auf dem Rücken verfügt, mit dem er fliegen kann.

Schon seit mehr als zwanzig Jahren beteiligt sich die Dr.-Kurt-Schumacher-Schule in Reinheim am Vorlesewettbewerb der Stiftung Buchkultur und Leseförderung. Der Wettbewerb wird in ganz Deutschland in mehreren Runden abgehalten. Die bislang erfolgreichste Teilnehmerin der Dr-Kurt-Schumacher Schule erreichte im Jahr 2022 sogar als Vertreterin Hessens das Finale in Berlin. Für Lina geht es zunächst einmal auf der Kreisebene weiter. Ihre Klasse und alle anderen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe drücken ihr die Daumen, dass auch sie möglichst weit kommt, vielleicht sogar bis nach Berlin. (MO)

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